Der Begriff "Taler" , Geschichte und Wert.

Der Taler (früher Thaler, Daler, Daalder, Dolera, Dollar, Tolar u.a.), war eine bedeutende Großsilbermünze, die ursprünglich zunächst Guldengroschen hieß.
Später verstand man unter Taler zahlreiche Großsilbermünzen, die mehr als
1 Lot wogen.
Größere Bedeutung erlangte der Taler mit den Reichsentscheiden des
16 Jahrhunderts, die ihn als Reichstaler neben dem Gulden zur offiziellen Reichswährung erhoben.

Der preußische Reichstaler z. B. bildete bis Ende 1871 die Geldeinheit von beinahe ganz Norddeutschland und wurde zuerst in 24 Groschen und dann ab 1821 in 30 Silber-Groschen unterteilt.

Mit dem Wiener Münzvertrag von 1857 wurde dieser Taler als Vereinstaler auch in Süddeutschland eingeführt.Im Wert entsprach er 1 ¾ Gulden. Der Vereinstaler lief nach der Einführung der Reichswährung Mark in Deutschland noch bis 1907 als "Taler" im Wert von 3 Mark um.Danach wurde er durch das ab 1908 geprägte Dreimarkstück ersetzt.

Am Ende des 18. Jahrhunderts konnte man im deutschen Raum für einen Taler 12kg Brot, 6kg Fleisch, 2 Flaschen Champagner, 1kg Tabak oder 250 g. Tee erwerben.
Ein Hemd, ein Paar Schuhe oder drei Paar Wollsocken kosteten ebenfalls einen Taler.
Nahrungsmittel und Mietkosten für zwei möblierte Zimmer beliefen sich auf 100 bis 120 Taler jährlich.
Der Jahresverdienst eines Handwerksmeisters lag bei 200 bis 600 Taler, der eines mittleren preußischen Beamten bei rund 100 Talern.
Das Einkommen eines einfachen preußischen Soldaten lag mit jährlich exakt 24 Talern an der Armutsgrenze.
Während Johann Wolfgang von Goethe als Schriftsteller und Weimarer Geheimrat über 3000 Taler verdiente, kam Friedrich Schiller als Geschichtsprofessor nur auf 200 Taler.

Der Taler wird unter dem Namen Dollar unter anderem in den USA verwendet.

Der Maria-Theresien-Taler ist die häufigste Silbermünze der Welt und wird bis heute für Sammler geprägt.